Infrarot ist nicht gleich Infrarot!
Wir bitten Sie, sich ein bisschen tiefer in die Materie "Infrarot" einzuarbeiten. Es lohnt sich! Sie erarbeiten sich damit ein eigenes Beurteilungsvermögen und sind nicht mehr allein auf den Glauben aus zahlreichen Werbeversprechen und Katalogen angewiesen. Gerade heute ranken sich um das Infrarot wilde Werbeaussagen und überzogene therapeutische Versprechen. Angaben von phantastischer Tiefenwirkung, entgiftender Entschlackung, bis hin zum Ende aller
Schlankheitsprobleme, geistern durch die Werbeanzeigen von Anbietern verschiedenster Infrarot- Maschinen und -Kabinen.
Hier ist die Gefahr, dass pauschale, undifferenzierte Betrachtungsweisen und irreführende Halbwahrheiten den Gesamtbegriff "Infrarotstrahlung" in Verruf bringen, obwohl bestimmte Anteile des Infrarotspektrums ein beträchtliches therapeutisches Potential enthalten. Die Einzelnen infraroten Spektralanteile müssen daher differenziert in ihrer Qualität und Wirkung beschrieben werden.

Grundlagenwissen der Eindringtiefen im Gewebe:
Die Eindringtiefe der Infrarotstrahlung wird hauptsächlich durch die Absorption/Filterung des Wassers im Gewebe bestimmt - also analog dem natürlichen Prinzips von Sonne-Erdatmosphäre-Erde.
Infrarot-A:
Die Eindringtiefe in die Haut und in die Augen ist im IR-A Bereich am grössten, wobei die Strahlungsenergie über ein grosses Volumen aufgenommen wird. Die vorderen Augenmedien und der Glaskörper des Auges sind soweit durchlässig, dass die Strahlung die Netzhaut erreicht. Bei 1400nm erreicht nur mehr sehr wenig Strahlung die Netzhaut.
Infrarot-B:
Infolge der erhöhten Absorption durch Wasser nimmt die Eindringtiefe dieser Strahlung mit zunehmender Wellenlänge drastisch ab und erreicht bei einer Wellenlänge von 3000 nm ein Minimum. IR-B Strahlung erreicht die Netzhaut des Auges nicht mehr.
Infrarot-C:
Die Eindringtiefe bleibt über das gesamte Gebiet aufgrund der sehr starken Wasserabsorption weit unter 1mm im Gewebe, d.h. die Strahlungsenergie wird bei Auge und Haut direkt an der Oberfläche aufgenommen. Die oftmals verwendete Bezeichnung "Tiefenwärme" bei IR-C Strahlern ist daher vom biophysikalischen Standpunkt her nicht angebracht. Tiefer liegende Hautschichten erwärmen sich bzw. die Körperkerntemperatur erhöht sich nur über Wärmeleitung
(Weitergabe Brownscher Molekularbewegung von Teilchen zu Teilchen), verursacht durch einen Wärmeenergiefluss von Arealen höheren zu Arealen niedriger Temperatur.
An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass es auch für Infrarot sogenannte Kontraindikationen gibt, also bestimmte Krankheitsbilder in welchen eine direkte IR-Bestrahlung einen negativen Einfluss haben kann.
Die Eignung der Infrarot-Einwirkung auf den Körper für medizinisch therapeutische Zwecke kann nur von einem Arzt oder Wärmespezialisten beurteilt werden, jedoch niemals von einem wirtschaftlichen Anbieter von Infrarotkabinen.

Quelle: Seibersdorf Research
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